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Bewertung:  -
Hätte ich diesen Ratgeber schon bei meinen ersten Versuchen gehabt.. Vielleicht müßte ich jetzt nicht neben dem Beruf meine Promotion schreiben :-) Fundierte Tipps, gute Weblinks... Nur das Kapitel über den PC hätte man vielleicht weglassen können, denn PC-Grundkenntnisse muss man heutzutage (vor allem, wenn man "Arzt" werden möchte) einfach mitbringen. Jedem, der sich mit dem Gedanken trägt, zu promieren, sei dieses Buch an's Herz gelegt.. Vielleicht sogar nur vor dem Kurs "Biomathe", vielleicht sieht man das Fach dann mit etwas anderen Augen...
Bewertung:  -
Das Buch von Weiß und Bauer ist der beste Ratgeber für eine medizinische Doktorarbeit, den ich kenne. Persönlich brauche ich keinen, ich leite Seminare zum Schreiben von Doktorarbeiten und anderen akademischen Texten in den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften, auch für Mediziner; selbst bin ich ein Dr. phil. Im Laufe der Zeit habe ich viele Ratsuchende und zahlreiche Anleitungen kennen gelernt. Eine erneute Lektüre motiviert mich, hier auf diesen praxisnahen, ausgereiften Ratgeber hinzuweisen.
Die Autoren lösen ein, was der vollständige Titel verspricht. Die knapp gehaltenen Kapitel zeichnen den Weg nach von "Überlegungen vor der Promotion" (Kap. 1) bis zum "Ende gut - alles gut" (Kap. 9) und stellen das nötige Wissen und viele Tipps bereit. Der Informationsgehalt ist erstaunlich, so dass die Leser eine solide, umfassende Grundausstattung erhalten: Vorgehen bei der Themensuche, was wissenschaftliches Arbeiten ausmacht, welche Studientypen in der medizinischen Forschung vorkommen, eine Einführung in statistische Analysen, Hilfsmittel bei der Literatursuche, Schreibtechniken, Verhalten bei Problemen, Ablauf des Promotionsverfahrens und welche Möglichkeiten für eine Publikation es gibt.
Zwischen einem gedruckten Text und den individuellen Situationen der Leser bleibt eine natürliche Differenz, doch auch dafür haben die Autoren eine Lösung gefunden: Das (letzte) Kap. 10 enthält 15 Kurzberichte von Promovierenden über ihre Themen und wie es ihnen bei der Bearbeitung ergangen ist.
Die Autoren leiten in Heidelberg/Mannheim seit Jahren Mediziner beim Promovieren an, sie wissen, dass Wissenschaft von Menschen gemacht wird. Mich beeindruckt besonders die Verbindung von fachlichem Niveau und emotionaler Unterstützung der Promovierenden, die ihr Buch zu einem realitätsnahen macht.
Für eigentlich jedes wissenschaftliche Fach gibt es Ratgeber, die suggerieren, es sei möglich, eine Doktorarbeit "schnell und einfach", mit "Höchsttempo" abzuschließen, also ganz nebenbei, womit sie Hoffnungen potenzieller Käufer ansprechen. "Schnell" ist durchaus machbar - das ist arbeitstechnisch aber nicht einfach. (Die wenigen Leute, die dazu in der Lage sind, brauchen keine Anleitungen.) "Einfach" ist ebenso möglich als Erleichterung durch die richtige Arbeitstechnik - das wird jedoch nicht schnell gehen. Beides ("schnell und einfach") ist immer ein falsches Versprechen, wenn die Doktorarbeit wissenschaftlichen Anforderungen genügen will. Weiß und Bauer zeigen, wie sich das Ziel "Dr. med." leichter erreichen lässt (mit der richtigen Arbeitstechnik), ohne den Anforderungen auszuweichen - auch auf die richtige Einstellung kommt es an. Meine Erfahrungen als Seminarleiter zeigen, dass nur beides zusammen einen gangbaren Weg eröffnet, das Ziel zu erreichen. Dieser Ratgeber ist auf diesem Weg ein hilfreicher und verlässlicher Begleiter.
Bewertung:  -
...so wären mir einige unangenehme Erfahrungen und graue Haare erspart geblieben. Es reicht ja schon wenn man den einen oder anderen Kommilitonen auf seine Doktorarbeit anspricht ...oft genug wird diese Frage mit einem mitleiderregenden, wenn nicht gar verzweifelten Gesichtsausdruck quittiert. Da werden ursprünglich auf ein halbes Jahr angesetzte Arbeiten zu halben Lebenswerken oder die Betreuung reduziert sich auf den Satz „das haben wir doch alles schon besprochen" und der Doktorand fragt sich ob er des Öfteren bei diesen angeblichen Besprechungen geistig abwesend war. Nun sicherlich wird dieses Buch den angehenden „Dr. med." nicht vor allen Unabwägbarkeiten des Promovierens schützen, aber allein schon die Frage ob überhaupt, die Auswahl der Arbeit, die Suche eines geeigneten Betreuers usw. kann schon einige Probleme aufwerfen. Allein deshalb wird diesen Themen ein breiter Raum von zwei Kapiteln gegeben. Dabei werden auch noch so komplizierte Dinge, wie das Betreuen von Promotionen durch ausseruniversitäre Privatdozenten oder nichtbestätigte Hypothesen angegangen. Im dritten Kapitel beschäftigt sich Prof. Bauer (eindeutig an seinem Steckenpferd anhand der gewählten Beispiele aus der Astronomie erkannt) mit den Wissenschaftstheoretischen Grundlagen, sowie mit der allzeit gegenwärtigen Gefahr der Lieblingshypothese. Daran schließt sich ein Kapitel über die medizinische Forschung an, in welchem unter anderem auf die verschiedenen Studientypen, wie Fall-Kontroll-Studie etc. eingegangen wird. Im fünften Kapitel geht die Biomathematikerin Weiß auf das ungeliebte Thema Statistik ein. So plaudert sie auch aus dem Nähkästchen der eigenen Erfahrungen, wenn sie schreibt „Sie sollten diesem Fach unbefangen und vorurteilsfrei begegnen." Letztlich bleibt mir nur noch dem Zitat meine Worte hinzuzufügen: man kann der Statistik so auch ihre guten Seiten abgewinnen. Die weiteren Kapitel teilen sich die Themen Literaturrecherche, das Schreiben, Stolpersteine und der „technische" Ablauf des Promotionsverfahrens. Auch wenn ich zu den sieben Autoren der Beispiel-Promotionen im Kapitel zehn zähle, so habe ich doch noch einiges aus diesen letzten Kapiteln gelernt (- zumal meine Arbeit noch nicht vollendet ist). Gerade weil ich immer wieder höre, dass Kommilitonen sagen, dass sie „nur" noch zusammenschreiben müssen, möchte ich ihnen gerade diese Seiten ans Herz legen. Viele dieser Informationen, die in diesen Kapiteln stecken, habe ich mir mühsam erarbeitet - also wieso sollte man es sich nicht leichter machen? Wenn ich also einen wissenschaftlichen Maßstab an dieses Buch legen sollte, so wende ich exemplarisch die logischen Schlüsse aus Kapitel 3.3 an: Deduktion: 1. Informationen über Promotionen sind wichtig - 2. Dieses Buch gibt viele Informationen über die medizinische Doktorarbeit Folglich bleibt als einzige apodiktische (= notwendig wahre) Schlussfolgerung : 3. Dieses Promotionsbuch ist wichtig und lesenswert. Christian Zechmann
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